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Architekturen der Kaufentscheidung

Mit welchen Mitteln wird Verbraucherverhalten gesteuert? Sind es nur die schön dekorierten Auslagen der Geschäfte und der Catwalk für die Schönen und Reichen? Nein. Die Steuerung von Kaufentscheidungen beginnt viel früher. Beispiel kann sein die Raffinierung von Lebensmitteln zu Kraftstoffen, die zunächst als ökologisch letzter Schluß der Nachhaltigkeit propagiert nun als Infrastrukturkiller in den Entwicklungsländern ausgemacht ist. E10 will niemand tanken. Die Ölindustrie fordert Regress von einer Politik, die die gewünschte Kaufentscheidung nicht ausreichend kommuniziert hat. In Konsequenz verändert der Biokraftstoff hierzulande bereits die Landschaft. Gemüse anbauen lohnt nicht mehr: Mais für Energie ist angesagt, neue Monokulturen breiten sich aus. Schönen Landausflug noch.

Redaktion Eva Ammermann

Kaufen, Schauen, Catwalk, Hunger, Überfluß und -druß, Verschwendung, Grundnahrung, primary need states, Applikationen



Wahlstedter Waldpilz-Brotaufstrich

...und die vergessene Wirkung des Butterbrotes auf Körper, Geist & Seele

Die Bäckereifachverkäuferin im ortsansässigen EDEKA-Markt erklärt mir auf meine Nachfrage hin, daß das Fitnessbrot, die beliebteste Brotsorte in ihrem Sortiment sei. Ich entscheide mich aber für das "Ostholsteiner" - ein reines Roggenbrot. Dazu wähle ich aus dem reichhaltigen Butter- und Margarinesortiment ein Paket Faßbutter aus Schleswig-Holstein.

Serviert wird das klassische Butterbrot im Eingang eines der 233 erdummantelten Munitionshäuser im Segeberger Forst. Lauschig überschattet von Bäumen, die als Tarnung dienen.
Das deutsche Butterbrot, traditionell zum Frühstück mit Marmelade bestrichen oder zum bürgerlichen Abendbrot als Grundlage zu Wurst und Käse, inspiriert mich zu einem Wahlstedter Waldpilz-Brotaufstrich.
Gestärkt setzen wir unseren Ausflug fort und verheddern uns irgendwann in der Wahlstedter Klöppelgruppe im Hinterzimmer des Okal-Cafe, ein Restaurant im 80er Jahre Stil im Industriegebiet von Wahlstedt.
Ende der Woche bietet sich dann bei einem zweiten Besuch in der Region die Gelegenheit meine neue Pilz-Delikatesse zu servieren. Auf einer Bank vor Möbel-Kraft in Bad Segeberg genießt die Gruppe den neuen Butterbrotbelag.




[ Bilderschau ]

Zutaten: 300 g Pilze, 100 g Reis, 50 g Kartoffeln, 2 TL Öl, 200 ml Gemüsebrühe, 1 Knoblauchzehe, Pfeffer, Paprikapulver, Wasser, Wildkräuter (Giersch, Gundermann, Brennnessel, Sauerampfer)
Kartoffeln schälen und in wenig Salzwasser weich kochen. Den Reis in der Gemüsebrühe aufkochen, dann den Herd auf niedrigste Stufe runterschalten und zugedeckt etwa 30 - 35 Minuten ziehen lassen. Pilze putzen, klein schneiden und zusammen mit der zerdrückten Knoblauchzehe im Öl anschwitzen. Mit Pfeffer und Paprika würzen und so lange rühren, bis die Flüssigkeit aus den Pilzen verdampft ist. Dann die Kartoffeln und den Reis dazugeben und alles zusammen pürieren. Für den letzten Pfiff Wildkräuter aus der Region hacken und in den Brotaufstrich einarbeiten!

Alimentation – mehr zur Aktion Interieur – Exterieur








Traditionelle Handklöppelarbeit einer Wahlstedterin (2013)
Die Technik beruht auf einem systematischen Wechsel von Verdrehen-Verkreuzen-Verknüpfen und Verschlingen von Fäden im Mehrfachsystem.

hafenCityfrisch..!

Nach einem geheimen Rezept verfeinert mit Chili, Kokosmilch, Zwiebeln und Knoblauch, koche ich im EDEKA-Markt in der Hafencity Hamburg eine Mais-Suppe. Dazu reiche ich einen Maisbart-Tee, der die Durchblutung fördert, die Wasserausscheidung steigert und gut für das Herz ist.
Meine ersten Gäste sind zwei Frauen in Uniform von der Bundeswehr. Sie verkosten meine Suppe und ihr einstimmiger Kommentar dazu ist: „Lecker!“.
Mais, eine Delikatesse, wird in zahlreichen Sorten gezüchtet, wie Puff-, Hart-, Weich-, Wachs- und Zuckermais. Ursprünglich in Südamerika beheimatet, wird er hierzulande fast nur als Energielieferant für Biogasanlagen angebaut. Jetzt auch noch schön giftig mit Clothianidin besprüht. Das umstrittene Pflanzenschutzmittel, auch als Bienenkiller bekannt, soll den Drahtwurm bekämpfen. Eine wechselnde Pflanzenfolge würde den Einsatz des Insektizids unnötig machen. Leider lässt sich dieses einfache Rezept dank Monokultur nicht anwenden. [ mehr ]


Die Kunstbeilage
L´aliment bei uns zu Gast am 11. Mai von 11 bis 16 Uhr
Wir lieben Mais

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Sparsam und kreativ

Ein Eintopf hat viele Vorzüge, er spart Arbeit und Feuerung, und gibt der Hausfrau besondere Gelegenheit ohne sklavische Anlehnung an Rezepte, auch einmal ihre Phantasie walten zu lassen, und damit den Küchenzettel abwechslungsreich zu gestalten. Der Hauptanreiz eines Eintopfgerichtes liegt im Vielerlei der verwendeten Rohstoffe. Unser Tip: Der Eintopf ist ein idealer Resteverwerter, den jedes kleine Stückchen Fleisch oder Gemüse, jeder Soßen- und Suppenrest bereichert. (Quelle: Das praktische neue Kochbuch" von Gertrud Oheim, erschienen im Bertelsmann Lesering, 1953)
Kreativität ist gefragt!



Steckrübeneintopf im 4-Röhrenbunker

Im Stadtteil Hamburg-Hamm befindet sich das in der Stadt einzige Bunkermuseum. Der unterirdische Vier-Röhrenbunker aus dem Jahre 1940/41 verfügt über einen gusseisernen Ofen, auf dem ich meinen Steckrübeneintopf kochen kann. Dazu reiche ich Steckrübenkaffee aus klein geraspelten und im Backofen gerösteten Rüben. Die Gäste, Touristen aus Mexiko und Dänemark, Kunstinteressierte, sowie Besucherinnen, die seit 1930 im Stadtteil Hamm leben. Die Gespräche drehen sich am Anfang um die Steckrübe an sich. Ein Spanisches Wörterbuch wird ausgepackt und die Übersetzung gesucht – „Nabicol“. Ohne Nachschlagen wird die dänische Übersetzung im Gespräch gefunden – „Kålroe“. Landestypische Eßgewohnheiten und Unterschiede sind jetzt das Thema. Die Unterhaltung wendet sich dann der Zeit, in der auch dieser Bunker gebaut worden ist, zu. Über Nachbarn, die deportiert worden sind, wird erzählt und geweint.


[ Bilderschau ]

Bunkermuseum Hamburg, Wichernsweg 16, 20537 Hamburg
Öffnungszeiten: Donnerstag von 10 - 12 Uhr und 15 - 18 Uhr, letzter Einlass 17.15 Uhr


100 Dinge in Hamburg ...

und hundert gute Gründe Hamburg noch mehr zu lieben, verspricht ein Reiseführer, herausgegeben vom Hamburger Abendblatt, der die Höhepunkte dieser Stadt, von Klassikern bis zu Geheimtipps beschreibt. Auf den Weg in die City mache ich mich aber im Abseits dieser Wissenskultur.
Meine Sightseeing-Tour beginnt in der Kirchenallee, wo eine größere Menschenansammlung gegenüber dem Schauspielhaus mit lauter Musik, Transparenten und megaphonverstärker Stimmgewalt auf sich aufmerksam macht, in großer Sorge um ihr Land – Syrien.
Durch die Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofes, auf der anderen Seite angekommen, treffe ich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, die über Artikel 18 der UN-Menschenrechtserklärung informiert: "Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit" … [ mehr ]


UN-Sondergesandter Annan äußert sich entsetzt über die Gewalt in Syrien.
Quelle: www.tagesschau.de, 29.05.2012, 22:33 Uhr

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Schöner shoppen in der Stadt

Mit diesem Versprechen begebe ich mich in das Traditionskaufhaus Karstadt in Wandsbek. In der 2. Etage versteckt hinter Haushaltswaren, Geschirrbergen, Gläsern und Töpfen, befindet sich die Näh- und Kurzwarenabteilung. Um meinen Einkauf schnell zu erledigen spreche ich einen Verkäufer an und frage nach Tressenband. Er begleitet mich zu einem Regal in dem mehrere Plastikkarten mit dem entsprechenden Band zum Verstärken von Einfassungen stehen. Ich wähle zwischen verschiedenen Farbtönen, als der Verkäufer mich fragt, ob ich im Dezember bereits in dieser Abteilung Einkäufe getätigt habe. Ja, tatsächlich war ich hier und habe mir Garne angesehen. Er erklärt mir, daß ich der Testeinkäuferin, die vor zwei Monaten eine Bewertung für diese Abteilung abgegeben hat, sehr ähnlich sehe. Er wolle sich bedanken für die außerordentlich nette Beurteilung über die er noch ganz gerührt ist. Ich kläre den Irrtum auf und lasse mir von seiner Kollegin 2,10 m Tressenband für 5,50 Euro abschneiden. Nochmal sucht der Verkaüfer das Gespräch über den Testkauf. Ich merke, er ist fest davon überzeugt - ich bin die Testkäuferin.


2,10 m Tressenband für 5,50 Euro. Rudolph Karstadt gründete sein erstes "Manufactur-, Confections- und Tuchgeschäft" 1881 in Weimar und führte Festpreise für die angebotenen Waren ein, statt der bis dahin üblichen Preisverhandlungen.


Parallelwelten des Verzehrs

Auf der Suche nach den richtigen Zutaten für meinen Brotpudding mit Rotweinsoße nach "Schmalhans" führt mich mein Weg zu Globetrotter - "der" Spezialist für das Leben im Freien.

Zwischen High-Tech-Food, Komplettnahrung in flüssiger Form, und Fitness Snacks mit sekundären Pflanzenstoffen finde ich das für mein Rezept benötigte Eipulver. Trek`n Eat Volleipulver in der praktischen Standpackung 135 g für 4,50 €.
Alle weiteren Zutaten, Zucker, Fett, ein frisches Ei, Salz, Zitrone, Zimt und trockene Brotreste sind vorhanden und so kann ich mich an die Herstellung des Teiges machen, der schnell gerührt ist. Der Pudding kommt für 1 Stunde in den Backofen.

Jetzt fehlt nur noch die Rotweinsoße. Wasser, Rotwein, Nelken und Zimt werden kurz aufgekocht und mit etwas Stärkemehl leicht gebunden. Das ganze fülle ich portionsweise in die gesammelten Plastikdosen von Fleischsalat, Streichwurst, Sour Creme und Heringssalat
So, damit liege ich jetzt wohl voll im Markttrend. Convenience Food ist das Zauberwort.



Schon dem Etikett kann man nicht glauben. Die schönen Dekoriervorschläge haben mit dem Inhalt wenig zu tun ...

Auch andere Parallelwelten sind denkbar: Warum nicht gleich was ganz anderes in die praktischen Kunststoffboxen füllen - inkl. Zusatzetikett - und kulinarische Gleichzeitigkeiten produzieren?

[ Bilderschau ]

Die standardisierten Geschmacksvorlieben kann ich leider nicht bedienen und die Konservierungsmittel, künstlichen Farbstoffe und Geschmacksverstärker fehlen auch.
Der schöne Schein hat jetzt dafür ein schmackhaftes Sein.

Auf Entdeckertour in die City

Während sich draußen die Menschen Sorgen machen um freie Wahlen in Russland, lässt es sich in der Europa-Passage unbeschwert auf fünf Geschossebenen unter einer riesigen Glasglocke bummeln.
Für diese Einkaufsmeile wurden mehrere historisch wertvolle und geschichtsträchtige Gebäude abgerissen, dafür bekommt man jetzt hier tolle Kleider im "% Sale", die passenden Schuhe dazu und Leckereien im Untergeschoss. Sollte das nötige Kleingeld fehlen – im ersten Erdgeschoss befindet sich in exponierter Lage ein Lottogeschäft.

Die Geschichte des Lottospiels
Der Philosoph Samuel von Pufendorf (1632–1694) definierte den Begriff „Lotto“ als ein Mittel, das die Erzielung eines Gewinnes verspricht, „indem jemand aus einem Gefäß, darinnen eine Anzahl beschriebener und unbeschriebener Zettel ist, für Geld einen oder mehrere Zettel herauszuziehen darf, und dasjenige, was auf dem Zettel beschrieben, für sich bekommt. Er verglich die Lotterie mit einer Kollekte ... [ mehr ]


[ Bilderschau ]

Vom Fähranleger Jungfernstieg geht es stündlich kreuz und quer über die Alster. Bei der Vorlage Ihres Fahrscheines erhalten Sie in den Alster-Lokalen (www.alstertouristik.de) einen Begrüßungsdrink und in der Spielbank freien Eintritt.

Besonders die Steckrübe

Eigentlich nur in Notzeiten interessant hat sie die Eigenschaft, jeden Geschmack anzunehmen. Eine hervorragende Voraussetzung, sie als skulpturales Material einzusetzen. Den "Kunstgeschmack" kann sie (davon bin ich überzeugt) in allen nur erdenklichen Stilrichtungen bedienen. Je nach Präsentation wird sie zum Helfer für eine Kaufentscheidung, da sie alle inhaltlichen Geschmacksmuster zu assimilieren in der Lage ist. Wenig bekannt übrigens: Da sehr kalorienarm sorgt sie für Sättigungsgefühl im jeweils angedienten Geschmack zur Reduzierung von Wohlstandsspeck.


Mein neues Arbeitsfeld

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Silos und Tankstellen

Mehr Biosprit im Tank? Die Architektur der Zapfsäule bleibt die selbe, doch auf dem Land verändert sich das Bild. Neue Silos, die dem zunehmenden Maisanbau geschuldet sind. Brachflächen, die für den Maisanbau reaktiviert werden. Mais statt Weizenanbau. Biogasanlagen versorgen Dorfgemeinschaften auf Maisbasis, großflächige Monokulturen kehren wieder ...

Um was es geht, lesen Sie z.B. bei planet-wissen.de
Mais - ein Korn für alle Fälle


Zitat der website, Mercedes Niederlassung Hamburg ... da weiß man, wo es hin geht ...

[ Bilderschau ]

[ map ] L`aliment - die Speiseapplikation

Mit der Catwalk-Serie L`aliment wird das Verhältnis von Grundnahrungsmitteln und Wohlstand präsentiert. Was wir zu uns nehmen spiegelt auch immer unser Verhältnis zur aktuell gelebten Lebensqualität.

In den Innenstädten von Basel und Hamburg boten sich mir bereits einige Gelegenheiten, mit einem spontanen Catwalk die verschiedenen Verhältnisse, unter denen Menschen zurecht kommen müssen, einander gegenüber zu stellen ...


Jungfernstieg, Hamburg

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[ Ein Projekt von KiöR e.V. ]