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scripted …

Seit einigen Jahren macht der Begriff der scripted reality von sich reden. Das weltweit bekannteste "Produkt" aus dieser Fälschungskategorie von "Realität" waren wohl die von der Zeitschrift Stern 1983 publizierten "Hitler-Tagebücher".

Heute ist das Scripten von Realität allgemein und auf vielen Ebenen Usus geworden. Die meisten Reality-Serien der privaten Fernsehsender sind, was man einen "fake" nennt. Dabei werden nicht immer Schauspieler eingesetzt. Bisweilen werden die Protagonist_innen durch dubiose Anzeigen geködert, in denen ihnen für die "Schilderung ihres Schicksals" Gegenleistungen wie Arbeitsplatz etc. angeboten werden. Doch auch diese "Angebote" stellen sich oft als fake heraus. Ein Abbruch des "Engagements" ist meist mit einer hohen Konventionalstrafe belegt, so dass die Protagonist_innen kaum mehr aussteigen können, auch wenn die "Schilderung ihres Schicksals" plötzlich ganz andere, gescriptete Wendungen nimmt, als es der Realität entspricht.

Betrachten wir uns die Ereignisse auf dem Immobilienmarkt, ist schnell festzustellen, dass auch hier - nach viel Geschiebe mit Wertsteigerungsstrategien - gescriptet wird. Bürgermeinung wird bereits mit dem Vorsatz eingeholt, sie zu beugen. Argumente vorbringen bedeutet oft nicht mehr, als in gutem Glauben ein Stimmungsbild abzuliefern, das Gegenmaßnahmen einzuleiten hilft. Dazu gehört auch die "mutwillige" Inszenierung von "Pro"-Initiativen, um aus einem daraus entstehenden Patt den Zuschlag wie geplant – gerne "kostenneutral" genannt – vergeben zu können.

Die am häufigsten zu beobachtenden Scripte bemühen das wirtschaftliche Wachstum, den unumgänglichen Konsum der Überproduktion, um Stadt als Durchlauferhitzer und Wachstumsbastion abzubilden, der sich jegliche Urbanität unterzuordnen hat. Die Freiräume für inhaltliche "Spontanvegetation" verschieben sich an die Ränder. Dort setzt unsere Arbeit an.


scripted fidelity

scripted fidelity könnte man frei übersetzen mit "Drehbuch der Aufrichtigkeit". Unter diesem Paradigma wird unser Ensemble verschiedenen Begrifflichkeiten nachgehen - sehr subjektiv, versteht sich - die mit dem Zugriff des "kreativen Bürgers" auf seine (nicht nur architektonische) Umgebung einhergehen. Die geladenen Akteur_innen beschreiben ihre individuelle und gewollt subjektive Nutzung des Stadtraums für ihre künstlerische Arbeit. Einem multimedialen Essay verbunden werden mit diesem Netz-Lesebuch Recherchen, Fantasien, Ideen des Zugriffs auf das, was Urbanität genannt wird versammelt. Jede_r Teilnehmer_in bearbeitet einen vorrangigen Bereich, der sich aus ihren / seinen Interessen für städtisches Leben speist. So werden im Verlauf dieser Sammeltätigkeit immer wieder neue Begrifflichkeiten den jeweiligen Nutzungswolken zugerechnet werden. Anders als die Zeichensprache einer Karte, wird die einmal in Angriff genommene "Emblematik" beständigen Veränderungen unterliegen und fortlaufend den ursprünglich gewählten Wahrnehmungsbereich mit neuen Aspekten ergänzen und verändern.

Sie, das Publikum, werden auf dieser Internetseite die einzelnen "Forschungen" bereits im Vorfeld der als "Endprodukt" avisierten Veranstaltungsreihe verfolgen können.

scripted islands


Zum Hamburger Architektur Sommer 2012 werden die individuellen "Bau"-Arbeiten im Ensemble zu Requisiten für eine choreografische Reihe verdichtet. Angekündigt und unangemeldet, mit oder ohne äußeren Anlaß, werden die erarbeiteten choreografischen Inseln zunächst als Beitrag zum Architektur Sommer aufgeführt, aber auch bei Veranstaltungen Dritter als Kommentar und Reminder im Hamburger Stadtraum zu sehen sein.

 
 
 

[ Ein Projekt von KiöR e.V. ]