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Ränder, Lücken, Brache, Abriss

Lichtung statt Verdichtung! Die Innenstädte vieler urbaner Ballungszentren veröden. Um diese Monokultur in ihre Schranken zu weisen, bietet sich ein großzügiger Abriss einiger Straßenzüge an. Welch wunderbare Brachen entstehen könnten, wenn die Abrissbirne in die Shoppingmeile gefahren ist, soll ein Aspekt dieser Nutzungswolke sein.

Die Frage soll hier erlaubt sein: In welchem Umfang werden Stadtplaner und Architekten tatsächlich benötigt, um innerstädtisches Gelände zu entwickeln? Haben die Bürger erst einmal Geschmack am eigenständigen Planen (und Bauen) gefunden, werden sicherlich schnell, in einer Art von Dominoeffekt, weitere Gebäude fallen ...

Redaktion Mathias Will

Lichtung, Verdichtung, weg damit, Abrissbirne, Schutt





[ map ] z.B.: Gerhard-Hauptmann-Platz

Am modellhaften Abriss zweier Gebäudekomplexe am Gerhart-Hauptmann-Platz soll gezeigt werden, welch wunderbare Brachen entstehen könnten, wenn die Abrissbirne in die Shoppingmeile gefahren ist. Anschließend werden dann weder Stadplaner noch Architekten benötigt, da der Plan ist, das Gelände sich völlig planlos entwickeln zu lassen. Es besteht die vage Hoffnung, dass sich ein Archipel der Planlosigkeit bilden wird, eine Oase der losen Erde, welche von allen oder von niemanden gepflegt wird, jedoch nicht mehr bebaut wird.

In dieser ersten Phase werden die Gebäude der HSH-Nordbank und Karstadt abgerissen. [ mehr ]


Blick aus der Karstadt-Kantine auf die HSH-Nordbank ...

[ Bilderschau ]



Hintergrund

Seit Anfang der fünfziger Jahre wurde Hamburg in großem Stil wieder aufgebaut.

Die damalige Wohnungsnot war anfangs einer der Hauptkatalysatoren für einen schnellen Wiederaufbau.

Dieser Prozess war etwa gegen Ende der achtziger Jahre, bis auf wenige Flächen sogenannte „Baulücken“ abgeschlossen. Seit dieser Zeit wird der Raum in Hamburg, besonders innerhalb der Innenstadt sehr knapp. Man spricht jetzt von einer notwendigen „Verdichtung“ der Bebauung.

Dreißig Jahre später scheinen jedoch auch diese Möglichkeiten der Verdichtung, zumindest für Stadtteile wie Altona oder St. Pauli weitgehend erschöpft. Erst jetzt wird deutlich, dass die Freiflächen eine wichtigen Raum boten, der von den Bewohner auf sehr unterschiedliche Arten genutzt wurde.




Eine besondere Nutzung von Brachen:
Ein aus Fischkisten errichtetes Dorf in Hamburg-Stellingen, Ende der 20er Jahre. (unbekannter Fotograf)

[ Bilderschau ]

Freiflächen und Brachen in den Städten

Mögliche Gründe für die Entstehung von ungenutzten Flächen in den Städten:

  • Abriss von ehemaligen Fabriken

  • Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg

  • Verwahrloste, nicht mehr genutzte Kleingärten

  • nicht sanierter oder nicht mehr sanierungsfähiger Wohnungsbau

  • nicht vollendete Bauvorhaben, sogenannte Bauruinen

  • nicht oder nur eingeschränkt nutzbare Flächen,
    z.B. Lärmbelastung durch Autobahnen, Schnellstraßen oder Flughafennähe

  • Kontaminierte Gelände, welche zunächst saniert werden müssten



Gelände der ehemaligen chemischen Fabrik Stoltzenberg,
Ecke Farnhornstieg/ Schnackenburgallee


Das Planspiel

In den Innenstädten werden heute die Grundstücke nach erfolgtem Abriss in der Regel sofort neu bebaut.
Nicht so in unserem Planspiel:
Hier werden zwei intakte Gebäude, die sich in voller Nutzung befinden abgerissen.
Welche Nutzung könnten Sie sich für die entstanden Freiflächen vorstellen?
Einzige Bedingung für unser Planspiel: Es soll um provisorische, vorübergehende Nutzungen, nicht um die Errichtung neuer Gebäude gehen. Die Vorschläge können durch Skizzen oder im Rahmen von Kurzinterviews eingereicht werden. Dieses Material erfährt dann in einem letzten Schritt eine künstlerische Verarbeitung.


Eine durch Abriss entstandene Lücke wird "gefüllt".
Baustelle in der Bahrenfelder Straße


 
 
 

[ Ein Projekt von KiöR e.V. ]