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Unter der Haut der Stadt

Die städtischen Unterwelten (wenn vorhanden) generieren aller Orten beliebte Führungen, um der heimischen Infrastrukturgeschichte auf die Spuren zu kommen. Weniger beachtet sind die Unterführungen, funktional angelegt und schnell zu durchlaufen, denn sie gelten als unwirtlich, gar gefährlich. Was in bewaffneten Konfliktfällen des letzten Jahrhunderts bisweilen Schutz bedeutete, ist heute meist ein "Juwel" der Unarchitektur. Eine Qualität als öffentlicher Raum wird ihnen höchstens in Form von Wandbemalungen, gerne auch als Kinderhort- oder Schulprojekt, zuerkannt.

Im Zeitalter des "Wutbürgers" feiert ein Satz von Marcel Duchamp Renaissance: “The great artists of tomorrow will go underground.” Interessanter aber scheint die 1000-jährige Geschichte der Erdställe. Ob aber die funktionalen Unterwelten unserer Metropolen als Kultraum oder als Schutzraum vor Räubern taugen, darf bezweifelt werden.

Redaktion Ralf Jurszo

unterNN, unterirdisch, subkutan, Bunker, Unterführung, Durchgang, Schutzraum ...


Nichts desto trotz sollen hier Selbstversuche ihren Platz finden, die die meditativen Qualitäten ins Funktionale tragen, das Image des Dunklen und Gefährlichen für bestimmte Aspekte des öffentlichen Lebens zu erschließen suchen.

Weiterführend fürs erste: Hamburger Unterwelten

Folgend sollen ein paar "Juwelen" an der Krone der Architektur vorgestellt werden, die uns die Realität des Funktionalen als Schönheit und Bühnenbild für die private Lesestunde nahebringen.

[ map ] Wie man in den Wald hineinruft

The past is never dead, it`s not even past – das Zitat von William Faulkner aufgreifend stellen wir im ehemaligen Marinearsenal eine kurze Bildergeschichte zusammen.

Bekleidet mit einem Kleppermantel, einer Erfindung der 1920er Jahre, und einem Südwester, der klassischen Kopfbedeckung für Seefahrer, steht der Akteur in verschiedenen Posen vor einer verschlossenen Metalltür im Segeberger Forst. Tannhäuser? Wagnerjahr? Das Fernrohr verweist auf intensive Beobachtung. In der vom Akteur angebotenen Zeitschrift "Volk und Welt" von 1938 findet sich eine Mercedeswerbung. Er betrachtet aufmerksam ein Foto von vielleicht im Fliegenpilzdelirium schlafenden Menschen, und der künstliche Pilz erweitert den Schauplatz in eine märchenhafte Dimension.


[ Bilderschau ]

Der Betrachter – mehr zur Aktion Interieur – Exterieur

[ map ] Städte von Morgen

Im Rahmen eines öffentlichen Picknicks im Volkspark Altona, Waldbühne, liegt das Buch Städte von Morgen für eine Rückschau auf die Zukunftserziehung von 1979 bereit. Zwei mit Attributen ausgestattete Musen staunen nicht schlecht über den Spagat zwischen Utopie und Wirklichkeit.

Für vollen Genuß in Korrespondenz zur Bauzeit des Ortes empfiehlt sich als Hintergrundmusik (wenn zur Hand):
Wenn der weiße Flieder wieder blüht von Franz Doelle ...


Foto: Stilla Seis

[ Bilderschau ]

[ map ] Bericht über die bedrohte Stadt

Der Titel von Doris Lessing steht Pate für alles Fiktive, das sich heimlich aber systematisch in Architektur gießt und krakenartig um sich greift. Nur an den Rändern bleibt der Kontrast ungeschönt: ISBN 3-453-05255-2

Den still gelesenen Text können wir frühestens 2084 hier veröffentlichen, vorausgesetzt dass sich die heute 93-jährige nicht entschließt, ein noch biblischeres Alter zu erreichen ...



[ map ] Vorstadt im Föhn

Der österreichische Expressionist Georg Trakl begleitet den Ausflug zur Autobahnunterführung Binsbarg / Stellingen; direkt unter den Fahrstreifen ist der Blick in die Verkehrsschichten eindrücklich und die Geräuschkulisse entsprechend ...




... das Gedicht am Ende der Bilderschau ...




[ Bilderschau ]

[ map ] Der Gott der Stadt

Alle 14 Tage ist es hier schwer, gegen den Strom zu schwimmen: Die Unterführung zum Stadion, S-Bahn Stellingen. Der Lese-Trip heute mit einem Gedicht des Expressionisten Georg Heym ...




... zu lesen am Ende der Bilderschau




[ Bilderschau ]

[ map ] und gehen gehen

Abseits des "fotogenen" Lessingtunnels hinter dem Bahnhof Altona, das Taubenverschissene als Plattform für die melancholisch-romantische Werbeindustrie, gibt es viele andere kleine Schutzräume im Öffentlichen, an denen man mal ein Lesestündchen lang sitzen könnte, um die vielfach unterschätzte Atmosphäre für eine Sensibilisierung und Verschränkung zu nutzen, die der heimische Ohrensessel nicht bietet ...


Lesestoff im Diebsteichtunnel: August Stramm, Frage

[ Bilderschau ]

 
 
 

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